Eine kleine Geschichte des Adventskalenders

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Das Wort ,,Advent“ hat einen lateinischen Ursprung – adventus (Ankunft) – und bezieht sich auf die geistige und seelische Vorbereitung auf die Geburt Jesu. Die Geschichte des Adventskalenders fing in dem 19. Jahrhundert an. Die Adventszeit beginnt mit dem ersten Sonntag nach dem 26. November und endet am 24. Dezember, nach dem Sonnenuntergang. Sie umfasst vier Sonntage vor Weihnachten. Die Geschichte des Adventskalenders erinnert uns daran, dass der Weihnachtsgeist uns eine kleine Möglichkeit auch in der schwierigsten Zeiten anbietet, diese festliche Zeit gemeinsam zu genießen.

Der Adventskalender ist Mitte des 19. Jahrhunderts in den deutschschprachigen Gebieten entstanden. Er war damals eine religiöse Tradition, die die Zeit vor dem Weihnachten als eine Periode für das Zusammenkommen der Familie und der Reflexion betrachtet. Die Familienmitglieder bereiteten sich für die Geburt Christi vor, indem sie Bibelstellen vorlasen, Verse aussagten, zusammen betteten und Lieder sangen. Da diese Tradition für die Kinder nicht so lustig war, versuchten die Eltern verschiedene Varianten auszuprobieren, um die Kinder zu überzeugen, sich aktiv an diesem Gebrauch zu beteiligen. Unter diese Möglichkeiten, die die Eltern vorgeschlagen haben, sind die folgende zu bennen:

  • Die Eltern hängten 24 Bilder mit weihnachtlichen Motive an die Wand oder an das Fenster.
  • Andere Familien malten 24 Kreidestreiche- die Streichen für die vier Sonntage waren farbig oder länger. Die Kinder wischten die Streichen täglich weg.
  • In den katolischen Familien legten die Kinder einen Strohalm oder eine Feder in eine kleine Krippe für ihre guten Taten. Diese Tradition wird noch in manchen Klosterschule weitergeführt.
  • In Skandinavien haben die Eltern eine Kerze in 24 kleinere Abschnitten geteilt und jeden Tag haben sie ein Stück abgebrannt.

Diese Tradition hat sich im Laufe der Zeit verbreitet und die Ideen der Gläubigen waren immer kreativer. Deshalb entstand auch der Adventsbaum, an den die Kinder einen Zettel mit Bibelversen und eine Kerze hängten. Der Adventsbaum stand gleichzeitig mit dem Weihnachtbsaum in demselben Zimmer. Andere Familien bastelten die Weihnachtsuhren, auf denen 12 oder 24 Unterteilungen dargestellt wurden, wo man Bibelverse oder Liedtexten geschrieben hat.

Der erste Adventskalender wurde 1903 in Stuttgart hergestellt und hatte keine Türchen zum Öffnen. Man konnte die 24 auf einem Karton gedrückten Bilder ausschneiden; auf diese Bilder wurden Bibelverse geschrieben.

Da der 20. Jahrhundert aus politischer Ansicht ein schwieriges Jahr für die ganze Welt war, mussten sich die Menschen an einem neuen Lebensstill anpassen, denn alle Gebräuche und Traditionen stark von dem sozialen und politischen Kontext beeinflusst wurden.

Am Anfang des 21. Jahrhunderts ist das Interesse für die weihnachtlichen Traditionen wiedergestiegen. Wirtschaftliche Studien zeigen, dass alle diese Traditionen wie der Adventskalender von dem Konsumerismus stark beeinflusst werden. Das heißt, dass der Adventskalender, zum Beispiel, nicht mehr nur eine geistlige Bedeutung, sondern auch einen fianziellen Wert hat. Der Umsatz für Adventskalender stieg in Deutschland von 71,8 Milionen Euro im Jahr 2013 auf 98,3 Millionen Euro im Jahr 2018. Da die Nachfrage nach Adventskalendern sehr hoch ist, produzieren deutsche Fabriken rund 80 Millionen Adventskalender, von denen fast 30 Millionen exportiert werden.

Die Adventskalender repräsentieren heutzutage eine schöne Möglichkeit, der Weihnachtsgeist zu erwecken. In dieser Zeit, wenn wir voneinader distanziert sind, sollen wir etwas finden, das uns verbindet und uns näher zueinander bringt. Dieses Jahr feiern wir Weihnachten anders, aber wir freuen uns gemeinsam auf die weihnachtlichen Traditionen und Gebräuche, die uns eine Chance anbieten, das Schöne auch in dieser schwiergen Zeit zu entdecken.

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