5 Jahre nach Fidel Castros Tod führen die Einwohner von Kuba noch immer ein sehr schweres Leben

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Kuba

Die Situation in Kuba ist jetzt sehr schwierig, denn es gibt eine sehr große wirtschaftliche und politische Krise. Kuba ist ein Land mit nur einer einzigen Partei von kommunistischer Ideologie, mit der sich viele Kubaner aber nicht identifizieren. Im Juli gab es auf der ganzen Insel Proteste, die wirtschaftliche Verbesserung und auch mehr Freiheit forderten, aber die Regierung beschloss leider, Gewalt anzuwenden.

Laut der Rede der Regierung sind alle, die in Kuba einer anderen Meinung sind, Angestellte von US-Behörden, was vielleicht in einigen Fällen zutreffen könnte, aber das erklärt auf keinen Fall das Phänomen in seiner Gesamtheit, es ist nur eine sehr gefährliche Annäherung an die Realität, denn dies könnte bald einen weiteren sozialen Ausbruch auslösen.

Die Geschichte von Fidel Castro als ehemaliger Führer Kubas

Quelle: www.dw.com

Fidel Castro, der möglicherweise medienwirksamste Kubaner, aller Zeiten, wird von vielen als Beispiel für einen Führer mit unbestreitbarem Charisma und hervorragenden Fähigkeiten in der Redekunst. Von den anderen wird er als der dienstälteste Diktator auf der Insel (1959-2008) in Erinnerung behalten.

Er begann seine Führung 1953 im universitären Umfeld von Havanna und beschloss, sich der Diktatur von Fulgencio Batista (1952-1958) gegenzustellen, und zusammen mit anderen traf er die Entscheidung die Moncada-Kaserne in der Oriente Provinz anzugreifen. Der Angriff war ein Fehlschlag, viele jünge Männer starben, aber dies verlieh Fidel Castro nationale und internationale Sichtbarkeit, er wurde verurteilt und 1955 nach einer Amnestie freigelassen. Danach emigrierte er nach Mexiko, um einen neuen Plan zum Sturz der Diktatur vorzubereiten.

1956 landete er mit 82 anderen Männern an der Ostküste Kubas mit der Absicht, einen Krieg zu beginnen, erhielt die Unterstützung der demokratischen Bewegungen der Insel und als Batista das Land verließ, blieb Castro der unbestrittene Führer. Mit militärischer Gewalt ist es ihm also gelungen an die Macht zu kommen und als er erkrankte, folgte ihm sein Bruder, Raúl Castro, in der Führung. 2016 starb Fidel Castro an Herzinsuffizienz.

Die Kubaner kämpfen unter anderem gegen Nahrungsknappheit und Kürzungen des Stromnetzes

Im Juli dieses Jahres nahmen Tausende von Menschen an den größten Anti-Regierungs-Protesten aus den letzten 27 Jahren in Kuba teil. Während der Protestwelle wurden bereits 187 Verschleppte registriert, wie es vom Komitee der Vereinten Nationen gegen das Verschwindenlassen bestätigt wurde.

Mit dem Ruf „Nieder mit dem Diktator“ oder „Heimat und Leben“, gingen die Kubaner auf die Straße, die die Nahrungsknappheit und den Mangel an wirksamen Impfstoffen gegen das Coronavirus satt hatten. Die Wirtschaftskrise wurde durch die Pandemie, die den Tourismussektor, die Haupteinnahmequelle der Insel, beeinträchtigt hat, stark verschärft.

Kubanische Bürger aus allen sozialen Bereichen haben sich spontan und friedlich den in den sozialen Medien aufgerufenen Protesten beteiligt und forderten ein Ende dieser unhaltbaren Situation, die schon zu lange andauert. Die Verknappung von Grundprodukten und Medikamenten sowie routinemäßige Kürzungen des Stromnetzes in einigen Regionen und die Verallgemeinerung von Geschäften mit ausschließlicher Zahlung in Fremdwährung haben diese Protestbewegungen motiviert, die in San Antonio de Los Baños, 30 Kilometer von Havanna entfernt, begannen und die sich auf der ganzen Insel verbreitet haben.

Der aktuelle Präsident der Republik Kuba, Miguel Díaz-Canel, hat die USA als Schuldigen der Proteste identifiziert. In einer Live-Übertragung des Regimes im Radio und Fernsehen hat Díaz-Canel zusammen mit Mitgliedern seiner Exekutive und dem Politbüro der Kommunistischen Partei Kubas, der einzigen legalen Partei auf der Insel, dafür gesorgt, dass die Demonstranten „bekommen haben, was sie verdienen“, mit Bezug auf die harte Unterdrückung der Proteste. Außerdem rief er seine Anhänger dazu auf, gegen die Demonstrationen auf die Straße zu gehen.

Die Coronavirus-Pandemie hat Kubas Wirtschaftsmotor, den Tourismus, hart betroffen und zu Inflation, anhaltenden Stromausfällen und einem Mangel an Nahrungsmitteln und Grundnahrungsmitteln auf der Insel beigetragen.

Im vergangenen Jahr 2020 hatte die Wirtschaft die schlechtesten Daten seit drei Jahrzehnten und Anfang dieses Jahres schlug die Regierung des Regimes eine Reihe von wirtschaftlichen Maßnahmen zur Erhöhung der Löhne und Renten vor, die sich auch auf die Preise auswirkten. Dies führte also dazu, dass in Ermangelung von Fremdwährung frei konvertierbare Währungsgeschäfte geschaffen wurden, in denen nur mit Kreditkarte bezahlt werden kann. Inzwischen werden Produkte in kubanischen Peso-Läden immer knapper. Seit letztem Juni werden Dollar in Bargeld nicht mehr akzeptiert, die Hauptwährung, in der die Bürger des Landes ihre Einkommen erhalten.

Der Dramatiker Yunior García Aguilera übernimmt seinen Aktivismus gegen die missbräuchliche Macht des kubanischen Regimes

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Quelle: @yuniortrebol
Twitter-Account von Yunior García A.

“Ich glaube, dass alle Künstler und Intelektuellen soziale Beschäftigungen haben und irgendwie an der Realität ihres Landes teilnehmen müssen. Das Problem mit Kuba ist, dass es vielleicht zu viele Vorurteile in der intelektuellen, akademischen und künstlerischen Welt gibt, weil sich viele als gültige Gesprächspartner vor den Behörden, den Institutionen und der Macht fühlen müssen, und das stellt ihnen sehr viele Einschränkungen. Ich habe versucht, diese Vorurteile im Laufe der Zeit abzubauen, diese Zumutungen nicht zu akzeptieren, die sie versucht haben, in unseren Köpfen zu säen, dass man mit bestimmten Kubanern nicht sprechen kann, dass sie keine Legimität haben. Ich habe versucht, von allen Etiketten zu vergessen, die der traditionellen Oposition oder den Kubanern auferlegt werden, die auf die eine oder andere Weise beschlossen haben, ihren Aktivismus angesichts einer totalitären, missbräuchlichen Macht anzunehmen. Dass ich mich mit allen Beschränkungen konfrontieren muss, mit Überwachung, dass ich ins Gefängnis gegangen bin, dass ich manchmal mein Haus nicht verlassen kann, weil mich die Agenten daran hindern, dass mein Internet abgeschaltet wird, sind Dinge, die die meisten Künstler und Intelektuellen noch nie erlebt haben und sehen deshalb solche Situationen aus der Ferne, manchmal aus einer ganz angenehmen Distanz.”, erklärte der Dramatiker.

Die Kubaner müssen immer noch versuchen, eine Demokratie wiederherzustellen, den instinktiven Hass zwischen den ideologischen Antipoden zu beseitigen und leben mit der Hoffnung, ihre Nation wirtschaftlich wieder aufbauen zu können.

Möchten Sie auch die Geschichte eines anderen Landes erfahren, das für einen Zeitraum auch von einem kommunistischen Regime geführt wurde? Klicken Sie hier.

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